IDN-Angriffe: eine fast unsichtbare Bedrohung
Wir alle kennen den ersten Reflex gegen Online-Phishing: den Domainnamen der Website prüfen. Auf einen Blick erkennt man, dass linkedinn.com oder gooogle.com nicht die echten Domains sind (linkedin.com beziehungsweise google.com). Doch Cyberkriminelle sind eine Stufe weitergegangen, um Nutzerinnen und Nutzer noch wirksamer zu täuschen. Eine dieser kaum bekannten Techniken ist der IDN-Angriff, mit dem sich gefälschte Websites bauen lassen, die von den echten nicht zu unterscheiden sind … oder fast.
Was ist ein IDN?
Ein IDN (Internationalized Domain Name) ist ein Domainname, der Sonderzeichen aus nicht-lateinischen Alphabeten enthält — etwa Griechisch, Arabisch, Kyrillisch oder Buchstaben mit Akzent.
Seit 2003 gibt es IDNs, damit immer mehr Menschen die Möglichkeiten des Webs in ihrer Muttersprache nutzen können. Dank ihnen lassen sich Domains wie café.com (mit Akut) oder ехемпле.фр (kyrillisch für exemple.fr) registrieren. Leider hat dieser Fortschritt auch den Weg für Missbrauch geebnet: die IDN-Angriffe.
Wie funktionieren IDN-Angriffe?
Die Idee ist recht einfach: Angreifer registrieren einen Domainnamen, der einer echten Domain zum Verwechseln ähnelt, und verwenden dabei Zeichen aus einem anderen Alphabet, die lateinischen Buchstaben stark ähneln.
Zum Beispiel:
- die Domain linkedin.com (die offizielle)
- gegenüber linkedin.com (der gefälschten Domain mit einem kyrillischen Buchstaben)
Optisch wirken beide Domains identisch, doch sie führen zu völlig verschiedenen Seiten — mit einem einzigen Unterschied: dem e (lateinisch) und dem e (kyrillisch).
Diese Angriffsart hat einen noch genaueren Namen: Angriffe mit Homograph-Domains (homograph attacks), und sie ist mit bloßem Auge leider kaum zu erkennen. Mit IDN-Angriffen wollen Kriminelle Zugangsdaten und vertrauliche Informationen stehlen, Schadsoftware verbreiten und arglose Nutzer schlicht täuschen.
Wie schützt man sich?
Ob Privatperson oder Unternehmen — gegen IDN-Angriffe helfen einige bewährte Regeln.
- Klicken Sie nie auf einen Link, ohne die vollständige URL zu prüfen.
- Tippen Sie sensible Adressen von Hand ein (etwa die Ihrer Bank).
- Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden im Erkennen von Phishing — mit den Trainings von GottaPhish!
> Werden Sie mit den GottaPhish-Trainings wachsam
Wie lässt sich das Erzeugen von IDNs ausprobieren?
Ob Pentesterin, CISO oder Fachkraft für Cybersicherheit: Wenn Sie das Anlegen ähnlich aussehender Domainnamen selbst testen möchten, zeigt Ihnen dieses Werkzeug, wie es funktioniert:
