Falsche CAPTCHAs: Wenn der Klick auf „Beweisen Sie, dass Sie Mensch sind“ Malware installiert
Im Internet sind CAPTCHAs ein vertrauter Anblick geworden: ein Kästchen anhaken, Ampeln auswählen oder verzerrte Buchstaben eintippen — alles, um zu beweisen, dass man kein Roboter ist. Doch seit Kurzem haben Cyberkriminelle diesen bekannten Mechanismus gekapert, um unbemerkt Malware auf die Rechner der Opfer zu schmuggeln.
Ein simpler, aber gefährlich wirksamer Angriff
Sicherheitsforschende haben eine Kampagne identifiziert, in der betrügerische Websites falsche interaktive CAPTCHAs einbetten. Der Ablauf sieht so aus:
- Die Nutzerin landet auf einer Seite, die etwas Verlockendes zu bieten scheint (ein Gratisfilm, ein Dokument, ein Werkzeug usw.).
- Vor dem Zugriff auf den Inhalt erscheint eine Seite mit einem CAPTCHA: „Hier bestätigen, wenn Sie kein Roboter sind.“
- Die Nutzerin klickt das Kästchen an und hält es für einen üblichen Sicherheitsschritt.
In Wahrheit löst dieser Klick ein Skript aus, das automatisch einen Befehl in die Zwischenablage kopiert.
Der nächste Schritt: die Falle
Nach dem Klick erscheint eine Bildschirmmeldung, oft als Systemanweisung formuliert: „Wenn die Seite nicht lädt, drücken Sie Win + R und fügen Sie diesen Befehl ein.“
Der kopierte Befehl ist tatsächlich ein getarntes PowerShell-Skript (etwa mit einer falschen Endung .jpg oder .mp3), das nach der Ausführung Schadsoftware herunterlädt und installiert.
Die verbundenen Risiken
Diese Skripte können verschiedene Arten von Malware installieren, darunter:
- Stealer, die Ihre Zugangsdaten, Passwörter und Session-Cookies abgreifen,
- RATs (Remote Access Trojans), mit denen ein Angreifer Ihren Rechner aus der Ferne übernimmt.
Und das alles … während die Nutzerin schlicht glaubt, sie „löse ein CAPTCHA“.
Wie Sie sich schützen
1. Befolgen Sie nie Systemanweisungen, die eine Website anzeigt
Eine legitime Website bittet Sie niemals, das „Ausführen“-Menü von Windows zu öffnen oder einen Systembefehl einzufügen. Tut eine Seite das: sofort schließen.
2. Meiden Sie Seiten mit fragwürdigen Inhalten
Gratisfilme, Online-Generatoren, „gecrackte“ Versionen … solche Seiten sind oft getarnte Malware-Fallen.
3. Nutzen Sie ein Antivirenprogramm, das Skripte blocken kann
Moderne Sicherheitslösungen erkennen die automatische Ausführung von Skripten oder verdächtige Zugriffe auf die Zwischenablage.
4. Behalten Sie im Auge, was in Ihre Zwischenablage kopiert wird
Manche Browser oder Erweiterungen warnen Sie, wenn eine Seite darauf zugreifen will. Aktivieren Sie diese Optionen, sofern verfügbar.
Zusammengefasst
Dieser Angriff funktioniert, weil er auf ein vertrautes Element setzt: das CAPTCHA. Und weil er einen einzigen Klick in Codeausführung verwandelt, ohne dass die Nutzerin es je merkt.
Wachsamkeit bleibt die beste Verteidigung. Auch gegenüber Dingen, die wir für harmlos halten — wie ein simples Kontrollkästchen.
